Regensburg im Herzen

Pressemitteilung - Velodrom

In der „Schneekönigin“ lassen Tränen ein gefrorenes Herz schmelzen, im Velodrom könnte es ein Flammenmeer sein. Wie eine Prüfung von Experten des Bauordnungsamts ergab, hapert es in der Spielstätte, wo das Andersen-Märchen ab Ende November auf den Spielplan steht, ganz erheblich am Brandschutz.

Dennoch laufen die aktuellen Inszenierungen weiter. Offensichtlich bis Ende 2021. In dem Jahr läuft der Vertrag auf Erbpacht zwischen der Stadt und Otto Zitzelsberger, dem Investor, aus. Erst dann soll eine umfangreiche Sanierung starten. „Viel zu spät,“ kritisiert Christian Janele. Der Stadtrat und Vorsitzende der Wählergemeinschaft „CSB- Wir für Regensburg“ hält diese Haltung „für unverantwortlich.“ Es sei „nicht auszudenken, wenn da was passiert.“

Seine Forderung daher: „Wir müssen die Aufführungen in diesem Theater so schnell wie möglich stoppen.“ Dann könne bis zur Übernahme durch die Stadt, ein provisorischer Brandschutz angebracht werden. Eine weitere Möglichkeit, die der Stadtrat „für machbar“ hält: Der Vertrag mit Zitzelsberger würde vorzeitig gelöst, und die Stadt nehme die ohnehin vorgesehene Sanierung umgehend in Angriff. Weil bei der Konstruktion, die die 264 Quadratmeter große Bühne trägt brennbare Baustoffe verwendet wurden und der Spielbereich „brandschutztechnisch nicht vom Zuschauerbereich abgetrennt ist,“ sehen die Experten derzeit eine erhebliche Gefährdung. Ebenso im Anstrich der Dachkonstruktion, der die Stahlträger nicht, vor Feuer schütze.

Satte 800.000 Euro sind allein für Untersuchungen und Planung der Sanierung des denkmalgeschützten Gebäudes aus dem Jahr 1898 im Haushalt 2019 vorgesehen. Wie viel die Instandsetzung kostet, und wie viel Zeit die Arbeiten in Anspruch nehmen, steht noch in den Sternen. Wenn es nach Christian Janele geht, müssten „umgehend Maßnahmen zu einem ordentlichen Brandschutz“ in Angriff genommen werden.

Der Vertreter der CSB- Wir für Regensburg: „Würden solche gravierenden Mängel an einer privaten Immobilie festgestellt, müssten die vom Besitzer sofort behoben werden.“ Wenn nicht, stünde der „mit einem Fuß im Gefängnis, weil er den Schutz von Leib und Leben der Bewohner vernachlässigt.“

Das Haus, in dem vorwiegend Musicals, Ballett- und große Theater- Produktionen auf die Bühne kommen, verfügt über knapp 600 Plätze, einer Kapazität, der das relativ kleine Foyer nicht gewachsen ist.

Auch darin sieht Christian Janele „eine erhebliche Gefahr.“ Es sei „nicht auszudenken, wenn da eine Panik ausbricht.“ Das Velodrom war Ende des 19. Jahrhunderts zuerst als Radsporthalle, dann aber als Veranstaltungssaal geplant worden. Später wurde es als Kino, danach als Lager für das Stadttheater genutzt. Ende der 1980er Jahre sollte der Bau abgerissen werden, 1990 wurde er unter Denkmalschutz gestellt und bis 1996 relativ eilig saniert, weil man während des Umbaus des Stadttheaters eine Ersatzspielstätte benötigte. Deshalb sind weder Brandschutz, und Belüftung, noch Foyer, Garderoben und Sanitäranlagen für einen durchgehenden Betrieb ausgelegt.

Im Gegensatz zu Christian Janele sieht Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer keine Notwendigkeit zu schnellem Handeln. Ihre Argumentation bei der letzten Sitzung des Stadtrats: Bestandsschutz gelte vor Brandschutz. Die Bayerische Bauordnung jedoch erlaubt auch bei bestandsgeschützten Gebäudenbauliche Veränderungen, „sofern sie zur Abwehr erheblicher Gefahren für Leben und Gesundheit notwendig sind.“

 

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